«Proscht – Süessmoscht!»
im Regionalmuseum Schwarzwasser

Kultur · Neben verschiedenen kulturgeschichtlichen Gütern sind mitten in Schwarzenburg auch spannende Sonderausstellungen zu sehen. Seit Frühling sind es Objekte rund um die Herstellung von (Süss-)Most.


Das Hauptgebäude des Regionalmuseums.


Eintauchen in frühere Zeiten – zum Beispiel mit der Spezialmostpresse.

Sonderausstellung
2005/2006

Most, im Haushalt oder in Kleinbetrieben aus einheimischen Früchten zubereitet, war während Jahrhunderten nebst Wasser und Milch das wichtigste Getränk in unserer Region. Einen Markstein, auch für die Volksgesundheit, bedeutete die Möglichkeit, den Saft unvergoren zu konservieren. Die Sonderausstellung «Proscht – Süessmoscht» im Regionalmuseum zeigt und beschreibt anhand von Maschinen, Geräten und Methoden den Fortschritt in der Herstellung des Getränkes, namentlich von Süssmost. Erfinder und Tüftler, aber auch Praktiker im Kampf gegen den Alkoholismus waren und sind an dieser Entwicklung beteiligt. Dank einem Sponsoring des Lionsclubs ist auch eine Mostpresse der besonderen Art zu sehen.
Dorothea Leuenberger

Wer nicht weiss, woher er kommt, weiss auch nicht, wer er ist und wohin er geht. Auch in diesem philosophischem Zusammenhang lässt sich die Wichtigkeit eines Museums, wie es das Regionalmuseum Schwarzwasser ist, einordnen.
Mitten in Schwarzenburg, hinter dem Gemeindehaus, ist – schon seit 15 Jahren – das Regionalmuseum in mittlerweilen drei Gebäuden untergebracht.
Das Museum bewahrt einerseits auf den Grund der Zeit gesunkenes Kulturgut auf. Es stellt die Region Schwarzwasser volkskundlich, geschichtlich und kulturell vor. Die permanente Ausstellung umfasst thematisch: archäologische Funde, den Jakobsweg, die Ruine Grasburg, Frühzeit des Tourismus, Trachten (Vreneli ab em Guggisberg), Masse und Gewichte, Lampen, Leuchten und Laternen, Küchengeräte, Schlösser und Beschläge, Glas und Keramik, Alpwirtschaft, die Vorratshaltung zu Urgrossmmutters Zeiten, Kleinode am Wegrand – Steine aus der Region.
Dem Museum ist eine Dokumentationsstelle angegliedert; sie verfügt über ein umfangreiches Text- und Bildmaterial der Region (Kontakt: Greti Schär, T 031 809 11 25).
Wichtig ist dem Betreiber-Team, dass das Regionalmuseum nicht selbst zum Museum wird. Um «es läbigs Museum» zu bleiben, sind im Zweijahresrhythmus Sonderausstellungen zu allgemeinen Themen zu sehen.
Bis Ende November 2005 ist die Sonderausstellung 2004 «Brücken und Stege in der Region Schwarzwasser» noch zu sehen. Es werden Abbildungen, Pläne und Modelle von Brücken der Gegend gezeigt. Einen Schwerpunkt bilden die Rossgraben- und Schwandbachbrücke, die der weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Berner Ingenieur Robert Maillart im letzten Jahrhundert erbaut hat. Auch die Leistungen der einheimischen Firma Remund an den Brückenbau werden dargestellt. Eine Diaschau und ein Video über den Bau des Harris-Stegs bereichern die Ausstellung. Ein Wettbewerb lädt dazu ein, das Gesehene und Gelesene zu testen. Kinder haben Gelegenheit, mit Holzklötzen eine Brücke zu bauen.
Im 2005 ist eine weitere Sonderschau zu sehen – siehe Kasten!
Joseph Schaller, Museumsleiter

Öffnungszeiten: bis Ende November,
So 14–17 Uhr. Führungen für Gruppen ab acht Personen jederzeit möglich (T 031 731 13 91). Regionalmuseum Schwarzwasser, Leimern 5 (hinter dem Gemeindehaus),
3150 Schwarzenburg. 3 Minuten vom Bahnhof Schwarzenburg.
Parkplätze vor dem Museum.