«Billig» kommt teuer zu stehen

Zukunft · Neue Konsumgewohnheiten, die ausschliesslich auf «billig, besser, schneller» basieren, bringen nur auf kurze Sicht etwas. Letztlich sind Nachteile und eine schwierige Zukunft vorprogrammiert. Wollen wir das?


Im Mega-Supermarkt. Oscar Wilde sagte einmal, ein Zyniker sei «jemand, der von allem den Preis kennt und von nichts den Wert.»


Authentisch, regional, echt: Produkte im «Gantrisch-Hüsli» in verschiedenen regionalen Läden. Probieren Sie‘s aus!

Hier finden Sie momentan das Gantrisch-Hüsli:

Das Gantrisch-Hüsli soll den Konsumenten direkt am Verkaufspunkt überzeugen, auch explizit regionale Spezialitäten einzukaufen. Die Standorte momentan:
> Belp: Chäs Glauser
> Kaufdorf: Metzgerei Anderegg
> Mühlethurnen: Volg
> Rüeggisberg: Landi
> Gurnigel Berghaus
> Toffen: Käserei Bräuchi; Metzgerei Küng


Regionaler Einkaufsführer:

Auf www.gantrisch.ch >Angebote & Möglichkeiten > Produkte finden Sie unter anderem:
> Einkaufsführer – zeigt, wo Gantrischprodukte erhältlich sind
> Liste der Anbieter unter der Marke Gantrisch
> Allgemeine Infos zum Förderverein Region Gantrisch, zum Regio Plus Projekt «Wald Landschaft Gantrisch», dessen Teilprojekte «Vermarktung» und «Lebensmittel/Landwirtschaft».

tm. «Geiz ist geil.» – «Ich bin doch nicht blöd.» Viele reden momentan von diesem Trend. Vom Billig-Zeitalter, von Aldi, von neuen Mega-Supermärkten. Man spricht von einem Umbruch in unseren Konsumgewohnheiten, von der totalen Umkrempelung des Detailhandelsmarktes. Die Entwicklung zum Billig-Konsum sei nicht zu bremsen, sagen die Experten. Übrigens auch bei Dienstleistungen nicht. «Tiefere Preise sind ja schliesslich gut für uns», sagen die Experten.
Wer aber über ein paar Zusammenhänge nachdenkt, kommt rasch auf Dinge, die vielleicht doch nicht so rosig aussehen. Für Produzenten nicht, für den Handel nicht, und eben auch nicht für den Konsumenten. Da täuschen sich auch Konsumentenschützerinnen, die eifrig den Billigtrend gutheissen.

Eine gefährliche Spirale. Tiefe Preise erfordern u.a. tiefe Löhne der Angestellten. Wer wenig verdient, will nur billig einkaufen. Möglichst immer billiger. Alle sind wir letztlich irgendwo in dieser gefährlichen Spirale drin.

Arbeitsplätze wandern aus. Produzenten müssen immer billiger produzieren. Der Mensch wird in diesem Räderwerk egal. Billiglohn-Länder kommen zu Arbeitsplätzen – für ein paar Jahre. Sie werden bald ihrerseits überholt von «noch-billiger»-Lohnländern. Unkontrollierbare Folgen zu Lasten der ganzen Gesellschaft folgen: Kinderarbeit, unmenschliche soziale Zustände (früher nannte man das Sklaverei) und bald einmal daraus folgende Unruhen, ökologische Katastrophen, Seuchen wie BSE.

Gute Lehrstellen gibts nicht mehr. Die Familie, die ihren Fernseher im Mediamarkt kauft, darf sich nicht wundern, wenn das regionale Radio-TV-Geschäft plötzlich seine Türen schliessen muss. Vielleicht hätte der Sohn dieser Familie dort eine Lehre als Telematiker machen wollen. Nun bleibt halt noch eine Lehrstelle übrig im Verkauf, bei – Mediamarkt. Spannend.

Lebensqualität nicht gefragt? Mega-Supermärkte liegen fast nie gleich nebenan – man fährt mit dem Auto hin. Wer in solchen Zentren einkauft, hilft also auch tatkräftig an der Umweltverschmutzung mit. Rund um Schönbühl zum Beispiel gibts regelmässig für den Menschen zu hohe Stickstoffdioxid- und Feinstaub-Werte.
Mit dem Einkauf im Mega-Supermarkt geht auch Lebensqualität verloren. Dort einkaufen ist oft zeit- und nervenaufreibend. Und: Dorfzentren, sogar Stadtzentren drohen auszusterben, was u.a. für nicht-automobile Leute (Ihre Grosseltern?) zu einem Problem wird.

Muss das alles sein? Wollen wir das? Wir können diese Entwicklungen auch aufhalten. Wenn wir wollen. Ab sofort, ganz konkret:
> Fahren Sie nicht mehr in Megabillig-Supermärkte, sondern in die Nähe, in den Laden um die Ecke. Da können Sie vielleicht auch zu Fuss oder mit dem Velo hin – geniessen Sie dies!
> 24 Erdbeerkonfitüren, aber kein Antibiotika-freies Fleisch… Protestieren Sie dagegen! Zeigen Sie mit Ihrer Einstellung, dass Sie mit einem einfachen, dafür echten und authentischen Angebot glücklicher sind. Geniessen Sie mal einen «Gantrisch-Teller» (siehe S.9) oder kaufen Sie Waren aus einem «Gantrisch-Hüsli» (siehe Kasten)!
> Bern sieht in Sachen Angebot bald gleich aus wie Paris, Rotterdam, Rom: H&M, McDonalds, Marionnaud, Body Shop. Austauschbarer Einheitsbrei. Protestieren Sie dagegen! Ändern Sie Ihre Einstellung – kaufen Sie authentisch ein, in Ihrer Nähe!

Wer sich das alles überlegt, sieht: Geiz ist dumm. – Wenn ich nur «billig» einkaufe, bin ich doch blöd.

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