Exotische Gartenpflanzen
bedrohen die Natur

Natur · Fremdpflanzen verdrängen auch in der Region Gantrisch heimische Flora. Mit geeigneten Massnahmen können Sie heimischen Pflanzen wieder Luft verschaffen.


Staudenknöterich.


Riesenbärenklau, 1-jährig (l.) und 2-jährig.


Drüsiges Springkraut.

Seit 500 Jahren wurden Zierpflanzen aus anderen Kontinenten nach Europa gebracht. Einige verursachen schweizweit Probleme, da sie sich stark vermehren und so die heimischen Pflanzen verdrängen. In der Region Gantrisch sind die Flüsse Sense, Schwarzwasser und Gürbe befallen. Die gezeigten Beispiele kommen an Bächen, Waldrändern und Eisenbahnlinien vor.

Drüsiges Springkraut. Die einjährige, bis 2 m hohe Pflanze stammt aus dem Himalaja. Die rosaroten Blüten bilden sich ab Juli. Die reifen Samen – bis 2000 pro Pflanze – springen beim Berühren der Kapseln auf. Ein Bachufer wird innert weniger Jahre überwachsen.
> Massnahme: Die ganze Pflanze vor der Samenbildung ausreissen und zum Trocknen erhöht lagern. Samenstände unbedingt im Kehricht entsorgen.
Riesenbärenklau. Der 3 m hohe aus dem Kaukasus gebrachte Riesenbärenklau hat grosse spitze Blätter und im zweiten Jahr weisse Blütendolden mit vielen Samen. Die Pflanze macht zahlreiche Ausläufer.
> Massnahme: Den Wurzelstock in Spatentiefe abstechen, jedoch Vorsicht! Da bei Sonnenschein Hautverbrennungen entstehen, die Pflanze nicht berühren. Wurzelmaterial und Samen in den Kehricht geben.

Staudenknöterich. Dass ein Sichtschutz im Garten aus Ostasien kommen muss und viel Mühe bereitet, diese aus Gartenabfällen vermehrt in die Natur einwachsende Pflanze zu meistern, ist schon erstaunlich. Die dicken Stängel der mehrjährigen Horste erreichen 3 m und tragen kleine weisse Blüten. Bis 7 m lange Ausläufer sorgen für eine unterirdische Ausbreitung. Die Stängel sterben im Winter ab. Keine andere Pflanze kann unter dem dichten Blätterdach leben.
> Massnahme: Schwierigste Problem­pflanze. Mehrmaliges Ausreissen pro Jahr verhindert die Ausbreitung, bringt den Pflanzenstock jedoch nicht weg. Vorsicht: Sämtliches Material in den Kehricht geben, nicht liegen oder in den Bach fallen lassen, da es sich neu bewurzelt. Nicht kompostieren!
Angela von Känel, Biologin, Kaufdorf

Neben diesen Hauptarten gibt es weitere wie die Goldrute, der Sommerflieder, die Robinie, der Essigbaum.
Weitere Infos, Merkblätter und mehr:
www.cps-skew.ch
www.be.ch/natur
www.naturschutz.zh.ch
>Info-Material>Problempflanzen